Stellungnahme zur

Forderung des DIHK der mittelfristigen

Abschaffung der Künstlersozialkasse

 

 

Berlin, den 21. Dezember 2007

  

Erst im Sommer 2007 hat der Deutsche Bundestag bei der Reform des

Künstlersozialversicherungsgesetzes bekräftigt, welch wichtige Einrichtung

die Künstlersozialkasse (KSK) ist. In diesem Zusammenhang beschreibt

Heinrich Tiemann, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und

Soziales, in einem im März 2007 erschienenen Artikel die Künstlersozialversicherung

als »das soziale Rückgrat des Kulturstandortes Deutschland«.

Auch die Enquetekommission »Kultur in Deutschland« hat sich ausführlich mit

dem Gesetz und seiner Wirkung beschäftigt und seine Bedeutung unterstrichen.

Eine Gesellschaft, die sich ihrer kulturellen Aufgaben verantwortungsvoll

bewusst ist und die kreativen Kräfte unseres Landes nicht nur als

eine zu unterstützende Randgruppe, sondern als einen entscheidenden

Antrieb im gesellschaftlich kulturellen Diskurs wie auch der wirtschaftlichen

Prosperität unseres Landes ansieht, wäre schlecht beraten, wenn sie eine

Einrichtung wie die KSK aufkündigen würde.

 

Es erstaunt uns umso mehr, dass die Deutsche Wirtschaft, welche stets

großen Wert auf das kreative Potential all ihrer Unternehmungen legt, sich

den sozialen Verpflichtungen gegenüber ihren »kreativen Mitarbeiten und

Zulieferern« entledigen will. Dabei muss man bedenken, dass die Kultur- und

Kreativwirtschaft ein ebenso wichtiger Wirtschaftszweig ist, in dem inzwischen

fast zehn Mal so viele Menschen beschäftigt sind wie in der Stahlindustrie.

Wir können den Deutschen Industrie- und Handelskammertag nur dringend

davor warnen, in kurzatmigen kalkulatorischen Gedankengängen die Tragweite

der von ihm geforderten Abschaffung der KSK zu übersehen.

 

Als Deutscher Künstlerbund, auf dessen Initiative 1983 unter der Regierung

Helmut Kohl die Künstlersozialkasse installiert wurde, können wir die Feststellung

zur Sicherung der KSK des Deutschen Bundestages nur begrüßen

und möchten dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag gleich kluge

Entscheidungsfindung anraten.

 

Kulturelle Förderung und Sicherung bedeutet nicht, Künstlerinnen und

Künstler zu subventionieren, sondern in eine kreative Zukunft zu investieren.

 

Für den Vorstand des

Deutschen Künstlerbundes

Frank Michael Zeidler

Erster Vorsitzender

 

  
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