Stellungnahme zum

Gestaltungswettbewerb für ein

Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin


Berlin, den 18. Mai 2009

 


Der Gestaltungswettbewerb für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin wurde abgebrochen und die Enttäuschung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist groß. Ebenso aber auch die Enttäuschung der Auslober und der Wettbewerbskommission. Über die Gründe für diesen Ausgang wird angesichts der Vorbereitung für ein neues Verfahren zu diskutieren sein, damit der Ausgang nicht Scheitern bedeutet, sondern auch ein weiterführendes Ergebnis zeigen kann.

 

Der Deutsche Künstlerbund versteht die derzeitige Ausstellung der eingereichten Wettbewerbsbeiträge im Kronprinzenpalais als Grundlage für die Diskussion der weiteren Entwicklung des Wettbewerbs. Zur Vorbereitung und Begleitung halten wir eine stärkere Einbeziehung der Künstlerinnen und Künstler und Architektinnen und Architekten sowie deren Verbände für unabdingbar. Der Deutsche Künstlerbund fordert die Auslober auf, mit allen Beteiligten aktiv in einen konstruktiven Dialog zu treten, um entsprechende Rahmenbedingungen zu definieren und Respekt vor der künstlerischen Leistung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu schaffen.

 

Die Aufgabenstellung eines nationalen Symbols zum Gedenken an die Wiedergewinnung der staatlichen Einheit Deutschlands fordert eine künstlerische, plastische Formulierung, die eine architektonische und städteräumliche Lösung unter Bezugnahme des historischen Kontextes mit einschließt und ist somit hochkomplex. Im Zuge der Diskussion bedürfen sicherlich die inhaltliche Zielsetzung sowie die Vorgaben für Form, Gestaltung und Ort des bisherigen Wettbewerbes einer genauen Betrachtung und Neuformulierung. Nicht zuletzt gilt es, das Verfahren der Vergabe kritisch zu hinterfragen und neu zu definieren.

 

Der Deutsche Künstlerbund versteht die Debatte als einen Grundstein für praktizierte Demokratie, die dieses Denkmal darstellen soll und kann. Wir fordern alle Beteiligten auf, weiterhin engagiert an diesem Prozess zu partizipieren.

 

Für den Vorstand des

Deutschen Künstlerbundes

 

Jo Schöpfer

 
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