Deutscher Künstlerbund e.V.
 
Der Deutsche Künstlerbund ist ein lebendiger Ort der künstlerischen Auseinandersetzung und des kritischen Diskurses. Hierzu finden zahlreiche Veranstaltungen wie > Ausstellungen, Vorträge und Werkpräsentationen im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes statt, zu denen sowohl > Mitglieder als auch internationale Gäste eingeladen werden. Darüber hinaus veranstaltet der Deutsche Künstlerbund bundesweit > Ausstellungen, > Symposien und Kolloquien zu aktuellen Fragestellungen und zeitgenössischen Positionen. Neben diesem Engagement wirken Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes in nationalen und internationalen Gremien, Kuratorien und Ausschüssen mit, die auch beratend an der Erarbeitung gesetzgebender Regelungen beteiligt sind. > Kulturpolitik

Das Archiv des Deutschen Künstlerbundes der Jahre 1903 bis 1936 gilt nach heutigem Wissensstand als völlig zerstört. Es gibt allerdings auch Hinweise, dass das Archiv nach 1945 in einem »ostsektoralen Museum« gelagert wurde. Einige wenige Dokumente aus dieser Zeit stehen der interessierten Öffentlichkeit in der Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin zur Verfügung, in dem sich ebenfalls das Archiv der Jahre 1950 bis 1998 befindet. Es umfasst u. a. die Kataloge und Plakate der Jahresausstellungen (> Publikationen), die Zeitschrift > Kunstreport sowie eine Sammlung von Video- und Tondokumenten, Ausstellungsund Werkfotos. Zu dem Archiv gehören ferner Materialien zu den > Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, Unterlagen zu den vom Deutschen Künstlerbund veranstalteten > Symposien und Kolloquien sowie Korrespondenz mit Künstlerinnen und Künstlern und Institutionen. > Website Stiftung Archiv der Akademie der Künste

Das »Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds« wurde im Jahr 2010 im früheren Gutshof der Abtei Brauweiler eröffnet. Es stellt einen weiteren Meilenstein für eine umfassende Betreuung von Nachlässen dar. Ziel des Archivs ist die fachgerechte Erfassung, Sicherung und Aufbewahrung gesamter Werkkomplexe der jüngeren Kunst. Nicht die einzelne Arbeit, sondern das Gesamtwerk einer jeden Künstlerin, eines jeden Künstlers steht im Vordergrund und wird der kunst- und restaurierungswissenschaftlichen Forschung zur Verfügung gestellt, um neue Perspektiven zum künstlerischen Prozess zu gewinnen. Darüber hinaus sollen die Kunstwerke dem institutionellen Ausstellungsbetrieb als Leihgaben anvertraut und so der interessierten Öffentlichkeit gezeigt werden. Das Konzept erlaubt nicht, jedes angebotene OEeuvre in das Archiv aufzunehmen, da die räumlichen Kapazitäten zwar großzügig bemessen, aber doch begrenzt sind. Die Auswahl hinsichtlich der künstlerischen Qualität der Bewerber trifft deshalb eine Kommission, die mehrheitlich aus bildenden Künstlerinnen und Künstlern besteht. Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes begleiten diese Kommission. > Website

Seit jeher ernennt der Deutsche Künstlerbund Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich besonders um die Kunst verdient machen, zu Außerordentlichen Mitgliedern. Es entspricht der Tradition des Deutschen Künstlerbundes, neben den Ordentlichen Mitgliedern, zu denen ausschließlich bildende Künstlerinnen und Künstler ernannt werden, auch Kunstvermittler und Kunstfreunde in die Arbeit und die Aktivitäten mit einzubinden und eine fruchtbare Auseinandersetzung zu fördern. > Übersicht Außerordentliche Mitglieder

Der Aufschwung und Durchbruch der Moderne in Deutschland ist eng an die Geschichte des Deutschen Künstlerbundes geknüpft. Als erster überregionaler Zusammenschluss war es dem Deutschen Künstlerbund ein vornehmliches Anliegen, mit seinen Ausstellungen, die künftig jährlich zwischen Nord-, Süd- und Mitteldeutschland wechselnd stattfinden sollten, ein breites Publikum und große Aufmerksamkeit zu erreichen. In diesen »Elite- Ausstellungen«, wie einer der Gründer des Deutschen Künstlerbundes, Harry Graf Kessler, sie nannte, sollten alle modernen Künstlerinnen und Künstler ein Forum finden, die auf Grund ihrer Eigenart vom Preußischen Kulturminister abgelehnt wurden. Die Entscheidung über die Teilnahme an den Ausstellungen traf eine aus den > Mitgliedern zusammengestellte Jury. Neben den großen Jahresausstellungen fanden auch regelmäßig grafische Ausstellungen statt. Während der Zeit des Ersten Weltkrieges und der Inflation der 20er Jahre musste die Ausstellungstätigkeit unterbrochen werden. 1936 wurde die Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Hamburg geschlossen und die Künstlervereinigung verboten. Viele der in ihm vertretenen Künstlerinnen und Künstler wurden als »entartet « diffamiert, ganz entscheidend in ihren Ausstellungsund Arbeitsmöglichkeiten eingeschränkt oder in die Emigration getrieben (> Verbot). Es wurde über die Jahre ein bemerkenswertes Spektrum mit einem hohen künstlerischen Niveau einem großen Publikum zugänglich gemacht. Fast alle Künstler, die in der deutschen Kunst in den ersten drei Dezennien des 20. Jahrhunderts Rang und Namen hatten, waren im Deutschen Künstlerbund integriert und nutzten die Plattform fernab jeglicher staatlicher Einmischung zur Entfaltung ihrer künstlerischen Ideen.


Nach der > Wiedergründung im Jahr 1950 wurde die unterbrochene Tradition fortgeführt: Die Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, die jährlich in den renommiertesten Ausstellungshäusern in ganz Deutschland (z. B. Neue Nationalgalerie Berlin, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, Kestner-Gesellschaft, Hannover, Kunsthalle Hamburg, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg) stattfanden, präsentierten Querschnitte durch die aktuelle zeitgenössische deutsche Kunst aus dem Blickwinkel der Künstlerinnen und Künstler. Neben den traditionellen »Mitgliederausstellungen«, bei denen eine Jury über die Teilnahme von Mitgliedern und Gästen entschied, veranstaltete man ebenso thematische Ausstellungen (z. B. »abstrakt« 1993, »zeichnen« 1996) nach gleichem Prinzip. Alle großen Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes reflektieren nicht nur unterschiedliche künstlerische Haltungen, sondern zeichnen auch ein Bild der aktuellen Denkweisen, Anschauungen sowie der gesellschaftlichen und politischen Tendenzen. Als Reaktion auf die Entwicklungen des gesellschaftlichen Umfeldes, den Boom des Kunstmarktes und auf die rasante Zunahme von Großausstellungen und Events hat der Deutsche Künstlerbund neue Wege beschritten: Mit Beginn der deutlich zurückgehenden Förderung durch die öffentliche Hand Ende der 1990er Jahre wurde der feste Turnus der Jahresausstellungen eingestellt. Durch die Konzentration auf einen Ort, dem im Jahr 2001 eröffneten > Projektraum, der ein breites Spektrum unterschiedlichster Präsentationen künstlerischer Konzepte und Sichtweisen erlaubt, ist es gelungen, ein zeitgemäßes »Schaufenster« zu etablieren.


Die öffentlich zugängliche Präsenzbibliothek im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes bietet umfangreiche Literatur für eine ausführliche Recherche in Monografien, Ausstellungskatalogen und Publikationen des Deutschen Künstlerbundes. Die Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes tragen seit jeher zur ständigen Erweiterung dieser Bibliothek durch Einsendung ihrer aktuellen Publikationen bei, so dass es sich hier um eine einmalige Wissensquelle zur zeitgenössischen deutschen Kunst handelt, die in dieser Form in keiner anderen Bibliothek vertreten ist.


Die Bundeskunstsammlung wurde auf Anregung des Künstlers und Vorsitzenden des Deutschen Künstlerbundes Georg Meistermann und auf Initiative des Bundeskanzlers Willy Brandt im Jahr 1970 gegründet. Der Minister des Innern berief daraufhin eine unabhängige Ankaufskommission; dieses Prinzip wird bis heute beibehalten. Mit einem nicht unbeträchtlichen Etat ausgestattet, entscheiden die alle drei Jahre wechselnden Mitglieder der Kommission über Ankäufe. Früher wurden Ankäufe hauptsächlich auf den Jahresausstellungen des Deutschen Künstlerbundes getätigt, inzwischen hat sich der Fokus auf die Kunstmessen in Basel, Berlin und Köln verlagert. Im Laufe der Jahre entstand so eine repräsentative Sammlung deutscher Kunst nach 1945, die heute rund 1.500 Werke umfasst. Die Werke werden an öffentliche Institutionen, Ministerien, Botschaften, das Bundeskanzleramt, aber auch an zahlreiche Museen in Deutschland ausgeliehen.


In den letzten Jahrzehnten sind sehr viele »Kunst am Bau« Werke entstanden, doch sind sie bislang kaum publiziert und oft nur schwer zugänglich. Auf seiner Website bietet der Deutsche Künstlerbund die Möglichkeit, gezielt nach Werken seiner Mitglieder aus dem Bereich »Kunst am Bau« | »Kunst im öffentlichen Raum« in einer Datenbank zu recherchieren. Über eine Vielzahl wahlweise kombinierbarer Suchkriterien können detaillierte Informationen sowie Bildmaterial zu den einzelnen Projekten abgerufen werden. Das öffentliche Archiv des Deutschen Künstlerbundes, das bereits mehr als 250 Einträge umfasst und ständig erweitert wird, hat zum Ziel, eine längst überfällige Übersicht zugänglich zu machen und damit gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Diskussion hinsichtlich der Verbindung von Architektur, Kunst und Gesellschaft zu leisten. > Datenbank Kunst am Bau

Der Deutsche Kulturrat ist der Spitzenverband der Bundeskultur verbände. In ihm sind 233 Bundesverbände des gesamten kulturellen Lebens der Bundesrepublik zusammen geschlossen. Seine unmittelbaren Mitglieder sind acht Sektionen, die die künstlerischen Sparten repräsentieren. Das gemeinsame Ziel dieser Bundesverbände ist, die Rahmenbedingungen der Kunst und Kultur zu verbessern. Der Deutsche Künstlerbund ist Gründungsmitglied der Sektion Bildende Kunst (heute Deutscher Kunstrat) im Deutschen Kulturrat und beteiligt sich aktiv an gemeinsamen Initiativen. > Website

Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes übernehmen Verantwortung in vielen kulturpolitischen Gremien, stehen beratend unter anderem der Bundesregierung zur Verfügung, konzipieren maßgeblich die vielfältigen Veranstaltungen des Deutschen Künstlerbundes und wirken bei deren Umsetzung mit. Die Arbeit des Deutschen Künstlerbundes in allen seinen Aufgabenbereichen wäre ohne das hohe Maß an ehrenamtlichem Engagement nicht möglich. Dieses Engagement setzt ein starkes Zeichen der Solidarität der Künstlerinnen und Künstler.


Mit der Würde der Ehrenmitgliedschaft zeichnet der Deutsche Künstlerbund Mitglieder aus, die sich besonders um die Bildende Kunst und den Deutschen Künstlerbund verdient gemacht haben u. a.:

Friedrich Ahlers-Hestermann
Jakob Bräckle
Rupprecht Geiger
Werner Gilles
Hermann Glöckner
HAP Grieshaber
Thomas Grochowiak
Hugo Freiherr von Habermann
Otto Herbert Hajek
Erich Heckel
Bernhard Heiliger
Hannah Höch
Leopold Graf von Kalckreuth
Ida Kerkovius
Hans Kuhn
Kurt Lehmann
Max Liebermann
Alfred Lörcher
Wilhelm Loth
Ewald Mataré
Georg Meistermann
Rune Mields
Georg Muche
Hans Purrmann
Walter Schelenz
Max Slevogt
Toni Stadler
Fred Thieler


Die Tradition der Ehrenpräsidentschaft des Deutschen Künstlerbundes wurde nach der > Wiedergründung weitergeführt, als Bundespräsident Theodor Heuss dieses Amt bis 1963 übernahm. Ihm folgte in den Jahren 1967 bis 1979 Prof. Dr. Carlo Schmid, der seinerseits die Ehrenpräsidentschaft an Bundespräsident a.D. Walter Scheel übergab. Nach 30-jährigem außergewöhnlichem Engagement gab Bundespräsident a. D. Walter Scheel die Ehrenpräsidentschaft im Jahr 2009 an Bundespräsident a. D. Horst Köhler.

Mit der > Gründung im Jahr 1903 hatte der Deutsche Künstlerbund seinen Sitz zunächst in Weimar und später in Berlin. Mit der > Wiedergründung, die von bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern in Berlin ausging, hielt man am Standort Berlin bis heute fest. Die Geschäftsstelle und der Projektraum sind heute in Berlin-Kreuzberg angesiedelt.


Der Deutsche Künstlerbund wurde 1903 auf Initiative des Kunstförderers Harry Graf Kessler von Lovis Corinth, Max Liebermann, Alfred Lichtwark, Max Slevogt und anderen in Weimar gegründet. Damit konstituierte sich zum ersten Mal ein überregionaler Verband, der über die bisher bestehenden Sezessionen hinausging. Motivation war zunächst das gemeinsame Vorgehen gegen die Bevormundung durch den staatlichen Kunstbetrieb mit dem Ziel, die Freiheit der Kunst zu sichern, verschiedenen Strömungen der Kunst ein Forum zu geben und junge Künstler zu fördern. > Verbot 1936 > Wiedergründung 1950


Die Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) wurde 1957 mit dem Ziel gegründet, die deutschen bildenden Künstlerinnen und Künstler in das internationale Informations- und Austauschnetz der »International Association of Art« (IAA) einzubinden. Seit 1972 fungiert sie als Verband der bundesweit agierenden Künstlerverbände: Deutscher Künstlerbund, Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) und Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer (GEDOK). Die IGBK versteht sich als Interessenvertretung bildender Künstlerinnen und Künstler auf nationaler und internationaler Ebene und arbeitet daran, deren Status in gesellschaftlicher, sozialer und rechtlicher Hinsicht zu verbessern. Der Deutsche Künstlerbund ist Gründungsmitglied der IGBK und entsendet Mitglieder in die Delegiertenversammlung und in den Vorstand. > Website

Alle Aktivitäten des Deutschen Künstlerbundes bieten durch kulturelle-künstlerische Vermittlung einen gesellschaftlichen Wert und eine entsprechende Leistung: das Näherbringen von Kultur stellt ein Bildungsangebot dar, das außerordentlich wichtig ist. Zudem engagieren sich sehr viele Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes im Bereich der kulturellen Bildung, sei es als Professorinnen und Professoren an Kunsthochschulen oder auch im Bereich der allgemeinbildenden Schulen.


Durch die aktive Mitarbeit in nationalen und internationalen Auswahlgremien, Kuratorien und Ausschüssen, die auch beratend an der Erarbeitung gesetzgebender Regelungen beteiligt sind, vertritt der Deutsche Künstlerbund die Interessen einer großen Anzahl in Deutschland arbeitender Künstlerinnen und Künstler. Der Deutsche Künstlerbund gehört zu den Gründungsmitgliedern des Kunstfonds > Stiftung Kunstfonds, der > Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, der > Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) und der Sektion Bildende Kunst im > Deutschen Kulturrat > Deutscher Kunstrat. Er ist Mitglied der > Villa Romana in Florenz. Er war maßgeblich an der Neuregelung für das Künstlersozialversicherungsgesetz und an der Ausarbeitung des Nutzungsrechts von Kunstwerken beteiligt. Bereits 1974 wurde ein Ausstellungshonorar für die in seinen Ausstellungen vertretenen Künstlerinnen und Künstler eingeführt. Auf Anregung des damaligen Vorsitzenden Georg Meistermann wurde die Sammlung des Bundes > Bundeskunstsammlung gegründet. Der Deutsche Künstlerbund ist auf Grund seines langjährigen Engagements kompetenter Ansprechpartner in kulturpolitischen Fragestellungen und in rund 20 Gremien vertreten. Neben den oben genannten auch z. B.: > Beratungsausschuss Kunst (BAK), > Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, > Kulturpolitische Gesellschaft, > Künstlersozialkasse (KSK), > Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds, > Sachverständigenkreis Kunst am Bau beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), > Stiftung Sozialwerk der VG Bild-Kunst.


»Wenn die Kunst kräftig gedeihen soll, braucht sie Halt und Förderung«, so schrieb Harry Graf Kessler 1903 anlässlich der Gründung des Deutschen Künstlerbundes in Weimar. Zu den Zielen des Deutschen Künstlerbundes zählen auch die Unterstützung und Förderung der jüngeren Künstlerinnen und Künstler und ihrer Werke. Unter anderen wurden folgende Kunstpreise bisher durch den Deutschen Künstlerbund vergeben: Villa Romana-Preis, Preis der Stadt Köln, Marianne und Hansfried Defet-Preis, Kunstpreis des Deutschen Künstlerbundes, Deutscher Künstlerbund Preis der Sparkassen, Harry Graf Kessler-Preis, Glenfiddich Förderpreis für junge Kunst sowie diverse Sonderpreise.


Als Informations-Organ des Deutschen Künstlerbundes wurde die Zeitschrift »Kunstreport« (> Publikationen) zum ersten Mal im Jahr 1973 herausgegeben. Es stellt ein Forum dar, in dem Entscheidungen für bessere Bedingungen künstlerischen Tuns diskutiert und gefällt werden sollen. Bis 1991 wurden jährlich drei bis vier Ausgaben veröffentlicht, wobei ein Band der Dokumentation der Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes gewidmet war. Zusätzlich erschienen Sonderausgaben, z. B. zur Diskussion um die Bundeskunsthalle. Seit 1995 erscheint der »Kunstreport« in unregelmäßigen Abständen.


Der Deutsche Künstlerbund versteht sich als ein Zusammenschluss von bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die sich, mit Respekt vor dem Werk des anderen, im Interesse aller Kolleginnen und Kollegen engagieren. Er ist lebendiger Ort der künstlerischen Auseinandersetzung und des kritischen Diskurses. Der Deutsche Künstlerbund ist eine der ältesten und renommiertesten Künstlervereinigungen Europas. Rund 650 namhafte Künstlerinnen und Künstler aller Generationen gehören heute dieser Vereinigung an. > Mitglieder

Die Mitgliedschaft wird durch Vorschlag von zwei Mitgliedern, durch Beschluss einer Aufnahmekommission und des Vorstandes und durch Abgabe einer schriftlichen Beitrittserklärung erworben. Voraussetzung für die Aufnahme ist die Veröffentlichung künstlerisch gewichtiger Werke oder sind besondere Verdienste um die Kunst. Dabei ist nicht die Nationalität entscheidend, sondern der Lebensmittelpunkt in Deutschland. Eine Eigenbewerbung zur Aufnahme im Deutschen Künstlerbund ist nicht möglich.


Der im Jahr 2001 eröffnete Projektraum des Deutschen Künstlerbundes in Berlin bietet eine attraktive Plattform für die Diskussion aktueller Fragestellungen und zeitgenössischer Positionen. Hier finden Veranstaltungen wie Kolloquien, Vorträge, Künstlergespräche, Werkpräsentationen und Ausstellungen statt. Der Projektraum soll dabei aber nicht ein weiterer Showroom sein, sondern der Deutsche Künstlerbund möchte mit dieser »Laborsituation« in einen Dialog mit Künstlerinnen und Künstlern, Politik und Öffentlichkeit treten. Er bietet ein von Künstlerinnen und Künstlern für ein breites Publikum gedachtes Konzept für ein professionelles, nicht-kommerzielles, aber engagiertes und kulturpolitisch motiviertes Angebot. > Projekte

Die Kataloge des Deutschen Künstlerbundes, die lückenlos alle Jahresausstellungen seit der Gründung 1903 dokumentieren, bieten eine einmalige, kontinuierliche Übersicht über das künstlerische Schaff en der letzten 100 Jahre in Deutschland. Ihre Formate veränderten sich im Laufe der Jahre entsprechend des Zeitgeistes und der technischen Möglichkeiten: Anfänglich gab man Oktav Broschüren mit einer Auflistung der Exponate und einem kleinen Abbildungsteil heraus, nach der Wiedergründung wurden die Kataloge mit vielen Abbildungen und durch Essays und wissenschaftliche Texte bekannter Autoren umfangreicher. Eine Besonderheit der zu den jeweiligen Ausstellungen veröffentlichten Plakate ist sicherlich die Tatsache, dass diese von Künstlerinnen und Künstlern gestaltet wurden. Zudem haben namhafte Künstlerinnen und Künstler immer wieder Grafiken in exklusiver Auflage zur Verfügung gestellt, um den Deutschen Künstlerbund in seinen Aktivitäten zu unterstützen. Seit 1973 gibt der Deutsche Künstlerbund die Zeitschrift > Kunstreport als Informations-Organ heraus. > Publikationen

Aufgabe der Stiftung Kunstfonds ist die Förderung der zeitgenössischen bildenden Kunst in Deutschland. Die Stiftung schreibt zu diesem Zweck verschiedene Förderprogramme aus. Aus den jährlich zahlreichen Bewerbungen im Künstlerprogramm und dem Programm für Künstlergruppen, Kunstvermittlern und Verlagen wählen zwei Jurys die Stipendiaten und die zu fördernden Projekte bzw. die Ausstellungs- und Publikationsförderungen aus. Der Deutsche Künstlerbund ist Gründungsmitglied des Kunstfonds, hat einen Sitz im heutigen Stiftungsrat und entsendet Mitglieder in die Vergabejurys der Förderprogramme.

In Kooperation mit der Stiftung Kunstfonds und der > VG Bild-Kunst werden alljährlich die Preisträgerin bzw. der Preisträger des »HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild- Kunst« im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes mit einer Ausstellung vorgestellt. Der Preis, der von der VG Bild- Kunst gestiftet wird und mit 25.000 Euro dotiert ist, wird von der Jury aus den für das Künstlerprogramm eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Die Auszeichnung wird für herausragende künstlerische Leistung ausgesprochen. Die Fördergelder stellt das Kulturwerk der VG Bild-Kunst aus den Mitteln zur Verfügung, die es aus den in den Verteilungsplänen vorgesehenen Einbehalten bei der Auszahlung von Urheberrechtsvergütungen der VG Bild-Kunst erhält. > Webite

Seit jeher veranstaltet der Deutsche Künstlerbund regelmäßig > Symposien, Podiumsgespräche und Diskussionen zu aktuellen kulturpolitischen Themen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Perspektive der Kulturpolitik und der Kulturarbeit, zum Verhältnis von Künstlerinnen und Künstlern zur Gesellschaft oder Markt, zur Professionalisierung von Künstlerinnen und Künstlern oder auch zum Kunstwerk im Kontext – u. a.: Im Rahmen der Diskussion über die Errichtung einer Deutschen Nationalstiftung führte der Deutsche Künstlerbund 1978 ein Kolloquium durch, dessen Ergebnisse die Konzeption und Errichtung der »Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland« zur Folge hatten. Das Symposium mit dem Titel »Künstlerische Dynamik im urbanen Raum« im Jahr 2008 in der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg hinterfragte Handlungsspielräume und Produktionsbedingungen für Künstlerinnen und Künstler im Bereich »Kunst am Bau«, »Kunst im öffentlichen Raum«. Zum Ausgang des Gestaltungswettbewerbs für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin veranstaltete der Deutsche Künstlerbund im Jahr 2009 in seinem Projektraum eine Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) und der Bundesarchitektenkammer.

Im Jahr 2012 veranstaltete der Deutsche Künstlerbund in Kooperation mit der Berlinischen Galerie das Symposium »Künstlernachlässe – Wohin mit der Kunst?«. Das Symposium machte die dringliche Notwendigkeit deutlich, dass gerade von Künstlerseite ein Vorstoß in unsere Gesellschaft gemacht werden muss, sich dem kulturellem Erbe einerseits, aber auch der aufbürdenden Verantwortung der Nachlassnehmer andererseits schon zu Lebzeiten zu stellen und Lösungsangebote für alle Seiten gleichermaßen zu erarbeiten

Unter dem Titel »Mash-Up-Arts? Über das geistige Eigentum in der Kunst im Zeitalter seiner technischen Produzierbarkeit.« fand im November 2013 ein Symposium des Deutschen Künstlerbundes zum Thema Urheberrecht in Kooperation mit der VG Bild-Kunst und der Berlinischen Galerie statt.

Im November 2014 hat der Deutsche Künstlerbund in Kooperation mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ein Symposium zum Thema Kulturelle Bildung im K20 in Düsseldorf durchgeführt. Unter dem Titel »Kunst | Bildung | Qualität« hat das Symposium die Beziehung zwischen Kunst und Bildung und die in beide gelegten Werte untersucht.

Im November 2015 fand aus aktuellem kulturpolitischem Anlass das Symposium »Sammeln / Ent-Sammeln. Kollektive Gedächtnisse - Künstlerische Strategien« in Kooperation mit der Berlinischen Galerie statt. Das in letzter Zeit virulente Thema, ausgelöst durch die spektakulären Kunstverkäufe in NRW, war Ausgangspunkt einer Untersuchung, die sich mit dem politischen Aspekt des Sammelns, des kollektiven Gedächtnisses und mit künstlerischen Strategien des Sammelns auseinandersetzt.

Ziel dieser Veranstaltungen ist es, Diskussionen zu aktuellen Themen nicht nur mit Mitgliedern des Deutschen Künstlerbundes, sondern auch mit einem interessierten Publikum aus der jeweiligen Region zu führen.


Viele Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes waren schon früh dem Druck der Nationalsozialisten ausgesetzt, erhielten Berufsverbot und mussten teils emigrieren. In Folge war es dem Deutschen Künstlerbund auf Grund der politischen Lage in den Jahren 1934 und 1935 nicht mehr möglich, Ausstellungen durchzuführen. Letztmalig vor dem Zweiten Weltkrieg gelang es im Olympiajahr 1936 eine Ausstellung im Kunstverein Hamburg zu eröffnen. Diese wurde allerdings schon nach zehn Tagen durch die Nationalsozialisten geschlossen. Da die Reichskammer unter Androhung von Zwangsmaßnahmen die Auflösung des Deutschen Künstlerbundes gefordert hatte, sah sich der Vorstand gezwungen, den Deutschen Künstlerbund zum 30.11.1936 aufzulösen. Das restliche Vermögen wurde dem > Villa Romana-Verein zugewiesen. > Wiedergründung 1950


Die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst ist ein von den Urhebern gegründeter Verein (Künstler, Fotografen und Filmurheber) zur Wahrnehmung ihrer Rechte. Sie nimmt für ihre Mitglieder und die Mitglieder ausländischer Schwesterorganisationen alle die Urheberrechte im visuellen Bereich wahr, die der einzelne Urheber aus praktischen oder gesetzlichen Gründen nicht selbst wahrnehmen kann. Sie hat folgende Aufgaben: Inkasso und Verteilung von pauschalen Urheberrechtsabgaben, Lizenzierung und Durchsetzung von individuellen Rechten sowie politische und rechtliche Stärkung des urheberrechtlichen Schutzes. Der Deutsche Künstlerbund ist Gründungsmitglied der VG Bild-Kunst und hat zwei Sitze im Verwaltungsrat. > Website

Das digitale >Videoarchiv wurde im Jahr 2007 im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes eingerichtet. Den Grundstock legten die an einem Ausstellungsprojekt im Sommer 2006 beteiligten Künstlerinnen und Künstler, die ihre Arbeiten dem Archiv des Deutschen Künstlerbundes überließen. Das digitale Videoarchiv ist ein ständig wachsendes Archiv: Es umfasst inzwischen über 500 Arbeiten von mehr als 135 internationalen Künstlerinnen und Künstlern.

Um diese Arbeiten dauerhaft sichtbar zu machen, wurde im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes ein »Sichtungsplatz« eingerichtet, der die Werke nach dem System »Video on demand« interessierten Besuchern zur Verfügung stellt. An diesem »Sichtungsplatz« haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, selber die Arbeiten zu entdecken und zu erforschen und ihr Wissen anhand des bereitgestellten Informationsmaterials zu erweitern. Der Deutsche Künstlerbund zeigt sich mit Einrichtung eines digitalen Videoarchivs als innovativer Vorreiter in Sachen Videokunst, da dieses System einen schnellen und direkten Zugriff auf alle Arbeiten von einer Festplatte ermöglicht. Das Videoarchiv bleibt ein offenes Archiv, das jederzeit durch weitere Arbeiten ergänzt werden kann.


Die Villa Romana wurde im Januar 1905 auf Betreiben von Max Klinger vom Deutschen Künstlerbund erworben, um ein von Künstlerinnen und Künstlern bestimmtes und vom Staat unabhängiges Forum zu schaff en, das allen künstlerischen Ausdrucks formen Raum bieten sollte. Der Villa Romana-Preis diente als Gegenmodell zu den Auszeichnungen der staatlichen Akademien und wurde an Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes vergeben. Der Villa Romana-Preis ist der älteste deutsche Kunstpreis. Seit 1905 wurden jährlich drei, nach dem Zweiten Weltkrieg vier Künstle rinnen und Künstler mit dem Villa Romana-Preis aus gezeichnet. Bis heute gilt er als einer der renommiertesten Preise für zeitgenössische Kunst in Deutschland. > Website

Der Vorstand des Deutschen Künstlerbundes wird alle vier Jahre durch die Mitgliederversammlung gewählt. Er setzte sich bis zum Jahr 2016 aus dem Ersten Vorsitzenden, dem Zweiten Vorsitzenden sowie mindestens vier weiteren Vorstandsmitgliedern zusammen. Nach einer Satzungsänderung im Jahr 2016 werden nunmehr mindestens fünf Vertreter*innen aus den Reihen der Mitgliedschaft gewählt. Der Vorstand ist im Binnenverhältnis gleichgestellt und wird nach außen durch zwei Sprecher*innen vertreten. Diese zwei Sprecher*innen werden vom Vorstand aus den eigenen Reihen gewählt. Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig.

 

Sprecher*innen seit 2017:

 

Rainer Eisch (seit 2017)

Susanne Hegmann (seit 2017)

 

Erste Vorsitzende des Deutschen Künstlerbundes seit 1950:

 

Frank Michael Zeidler (2002 – 2016)

Thomas Huber (2000 – 2002)

Michael Schoenholtz (1997 – 2000)

Paul Uwe Dreyer (1992 – 1997)

Verena Vernunft (1990 – 1992)

Wilhelm Loth (1989 – 1990)

Heinz-Günter Prager (1988 – 1989)

Peter Jacobi (1988 kommissarisch)

Siegfried Neuenhausen (1985 – 1988)

Thomas Grochowiak (1979 – 1985)

Otto Herbert Hajek (1972 – 1979)

Georg Meistermann (1967 – 1972)

Karl Hartung (1955 – 1967)

Karl Hofer (1950 – 1955)

 

Engerer Vorstand vor 1936 (Auswahl):

 

Karl Albiker, Karl Caspar, Erich Heckel, Karl Hofer, Leopold von Kalckreuth, Harry Graf Kessler, Paul Klee, Max Klinger, Georg Kolbe, Alfred Lichtwark, Max Liebermann, Bernhard Pankok, Edwin Redslob, Edwin Scharff, Karl Schmidt-Rottluff, Max Slevogt, Robert Sterl


Nach der Zwangsauflösung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1936 wurde der Deutsche Künstlerbund 1950 durch ehemalige Mitglieder wie Karl Hofer, Willi Baumeister, Karl Hartung und Karl Schmidt-Rottluff in Berlin wieder gegründet. Sie knüpften an die Tradition einer unterbrochenen Moderne an, besannen sich auf die Vorsätze aus den Gründungsjahren und setzten sich wieder für die Freiheit der Kunst ein. Nicht nur mit der Fortführung der jährlich wiederkehrenden Ausstellungen, sondern auch mit zahlreichen kulturpolitischen Initiativen griff en sie in das kulturelle und politische Leben Nachkriegsdeutschlands ein. > Gründung 1903 > Verbot 1936