16.03.2017 bis 27.05.2017
Ausstellung im Projektraum

Plakation  

Offenes Archiv

Im Frühjahr 2017 öffnet der Deutsche Künstlerbund sein Archiv und präsentiert in seinem Projektraum Plakate und Publikationen. Der Aufschwung und Durchbruch der Moderne in Deutschland ist eng an die Geschichte des Deutschen Künstlerbundes geknüpft. Als erster überregionaler Zusammenschluss war es dem Deutschen Künstlerbund ein vornehmliches Anliegen, mit seinen Ausstellungen, die ab 1904 an jährlich wechselnden Orten stattfinden sollten, ein breites Publikum und große Aufmerksamkeit zu erreichen. 1936 wurde die Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Hamburg geschlossen und die Künstlervereinigung verboten. Fast alle Künstler*innen, die in der deutschen Kunst in den ersten drei Dezennien des 20. Jahrhunderts Rang und Namen hatten, waren im Deutschen Künstlerbund integriert und nutzten die Plattform fernab jeglicher staatlicher Einmischung zur Entfaltung ihrer künstlerischen Ideen.

 

Nach der Wiedergründung des Deutschen Künstlerbundes im Jahr 1950 wurde die unterbrochene Tradition fortgeführt: Die Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, die jährlich in den renommiertesten Ausstellungshäusern in ganz Deutschland stattfanden, präsentierten Querschnitte durch die aktuelle zeitgenössische deutsche Kunst aus dem Blickwinkel der Künstler*innen. Alle großen Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes reflektieren nicht nur unterschiedliche künstlerische Haltungen, sondern zeichnen auch ein Bild der aktuellen Denkweisen, Anschauungen sowie der gesellschaftlichen und politischen Tendenzen.

 

Eindrucksvoll spiegeln sich diese künstlerischen, gestalterischen, aber auch zeitgeschichtlichen Strömungen in den diese Ausstellungen ankündigenden Plakaten wider. Von den Ausstellungsplakaten, die bis zur Auflösung des Deutschen Künstlerbundes 1936 entstanden sind, sind nur wenige im Archiv des Deutschen Künstlerbundes erhalten. Darunter befindet sich das von Edwin Scharff für die Kölner Schau von 1929 entworfene Plakat, dessen Darstellung der »Drei Männer im Boot« bis heute Signet des Deutschen Künstlerbundes ist. Anfang der 1950er Jahre wurden zu den Jahresausstellungen Plakatwettbewerbe unter den Mitgliedern des Deutschen Künstlerbundes und der zur Ausstellung aufgeforderten Künstler*innen ausgeschrieben. 1951 nahmen an dem mit 1.000 DM dotierten Wettbewerb u.a. Willi Baumeister (1. Preis), Alexander Camaro (2. Preis), Hann Trier (3. Preis), HAP Grieshaber (3. Preis), Joseph Fassbender und Hans Uhlmann teil. Dabei handelt es sich um klassische »Künstlerplakate«, die bis hin zur Typographie manuell gestaltet sind. Auf späteren Plakaten sind oftmals Werke abgebildet und durch Angaben zur Ausstellung ergänzt. Über die Jahre wurden u.a. Plakate von Karl Hartung (1955), Gerhard Hoehme (1960), Emil Schumacher (1963), Otto Piene (1972), Anton Stankowski (1978), Rupprecht Geiger (1981), Walter Stöhrer (1982), Fred Thieler (1990) bis hin zu Thomas Huber (1998) publiziert. Zusammen mit den Plakaten werden die Ausstellungskataloge gezeigt sowie die Zeitschrift »Kunstreport« – ein Forum, in dem u.a. kulturpolitsche Forderungen für bessere Bedingungen künstlerischen Tuns formuliert und diskutiert werden.

 

Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag 14 h – 18 h
und nach Vereinbarung