Deutscher Künstlerbund e.V.

© Sergio Zevallos, 2018
07.12.2018 bis 15.02.2018
Ausstellung im Projektraum
Sergio Zevallos | Neue Reise in die Aequinoctial-Gegenden
Preisträger 2018 des von der Stiftung Kunstfonds vergebenen »HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst«

Eröffnung:
Donnerstag, 06. Dezember 2018 um 19 Uhr

Deutscher Künstlerbund Projektraum

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Der Deutsche Künstlerbund präsentiert das zeichnerische Werk von Sergio Zevallos, Preisträger 2018 des von der Stiftung Kunstfonds vergebenen »HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst«.

 

Titelgebend für die Ausstellung des 1962 in Lima geborenen und in Berlin lebenden Künstlers ist Alexander von Humboldts Reisebericht aus Mittel- und Südamerika, der sich als wissenschaftliche Annäherung an das geopolitische Territorium versteht. Zugleich gibt er Auskunft über Projektionen auf die sogenannte »Neue Welt« aus einer westlichen, weißen und männlichen Perspektive.

 

Seit den frühen 1980er Jahren thematisiert Sergio Zevallos, Teilnehmer der »documenta 14«, auch in Performances, Installationen und Fotografien machtpolitische Gewalt, das Erbe des Kolonialismus, Herrschaftsansprüche von Religionen und von großen Unternehmen, die Vermessung und Disziplinierung des Körpers und damit einhergehende Zuschreibungen heteronormativer Sexualität.

 

Seine in Zeiten gravierender militärischer Konflikte Perus entstandene Zeichnungsreihe »Rosas« bezieht sich namentlich auf die Schutzheilige Rosa de Lima. Sergio Zevallos schafft darin einen mehrdeutigen apokalyptischen Kosmos, durchdrungen von christlichen Motiven, mystizistischen Vorstellungen und Zitaten religiöser Poesie, die Santa Rosa de Lima zugeschrieben werden.

 

Die Konfliktlinien kultureller Identität und Alterität ruft der Künstler in der dreiteiligen Serie »Haiti« auf, in der er aus der Verfassung des ersten unabhängigen Staates Lateinamerikas nach der Befreiung vom Kolonialismus zitiert und auf andere historische Kontexte beziehend variiert.

 

Als großformatige Wandkomposition aus 45 Blättern ist die dritte Arbeit der Ausstellung unter dem Titel »HK G3« konzipiert, deren Konturen das Schnellfeuergewehr von Heckler & Koch nachzeichnen. Mit Bildreferenzen und Textauszügen aus Lexika der Gerichtsmedizin, der Sexualerziehung, der Völkerkunde, von Firmen und Banken umkreist Sergio Zevallos darin Herrschaftswissen, hegemoniale Diskurse und Praktiken, die er durchkreuzt und travestiert.


Mit der Vergabe des nach dem Maler und Holzschneider HAP Grieshaber benannten Preises ehrt die VG Bild-Kunst einen Künstler, der maßgeblich an der Initiative zum Aufbau der VG Bild-Kunst beteiligt war. Grieshaber hatte sich seit den siebziger Jahren außerordentlich für die Urheberrechte seiner Künstlerkollegen eingesetzt und ebenso vehement für den Ausbau der sozialen Sicherung von Künstlerinnen und Künstlern ausgesprochen.

Die Fördergelder des HAP-Grieshaber-Preises stellt die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst zur Verfügung. Sie stammen aus den Einnahmen für Rechte der Künstler, die in der VG Bild-Kunst in der Berufsgruppe I (Kunst) zusammengeschlossen sind. Das Preisgeld ist eine Anerkennung von Künstlern für Künstler.


VG Bild-Kunst und Stiftung Kunstfonds
in Kooperation mit dem Deutschen Künstlerbund


Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag 14:00 h – 18:00 h
und nach Vereinbarung