Deutscher Künstlerbund e.V.

Mitgliederversammlung 2017

© Deutscher Künstlerbund e.V.

 

Gründungssitzung des Deutschen Künstlerbundes am 15. und 16. Dezember 1903 im Großherzoglichen Museum für Kunst und Kunstgewerbe, Weimar

 

von links nach rechts: Schultze-Naumburg · Klaus Meyer · Eugen Kampf (stehend) · Gregor von Bochmann · Wilhelm Trübner · Max Klinger · Carl Marr (stehend) · Franz von Stuck · Alfred Lichtwark · Hans Olde · (stehend) · Leopold Graf von Kalckreuth · Harry Graf Kessler · Max Liebermann · Stenograph · Rechtsanwalt Dr. Mardersteig · Lovis Corinth · Henry van de Velde · Geschäftsführer des Museums Arthur von Payern (stehend) · Eberhard Freiherr von Bodenhausen · Reinhold Lepsius · Curt Herrmann · Fritz Klimsch · Max Slevogt

 

Foto: Louis Held, Archiv Deutscher Künstlerbund

15.12.2018
Deutscher Künstlerbund | 115 Jahre
Gründung des Deutschen Künstlerbundes im Großherzoglichen Museum für Kunst und Kunstgewerbe in Weimar

Am 15. und 16. Dezember 1903 wurde der Deutsche Künstlerbund als Reaktion auf staatspolitische Eingriffe in die Belange der Kunst durch die Initiative des Kunstförderers Harry Graf Kessler von Lovis Corinth, Walter Leistikow, Max Liebermann, Alfred Lichtwark, Max Slevogt und anderen in Weimar gegründet. Begleitet wurde die Gründung des Deutschen Künstlerbundes von einer Debatte über die Freiheit der Kunst im Deutschen Reichstag. Zu den ersten Mitgliedern des Deutschen Künstlerbundes als Forum der Avantgarde zählten Clara Arnheim, Adèle von Finck, Sabine Lepsius, Dora Hitz, Käthe Kollwitz, Alice Trübner und Julie Wolfthorn. 1905 erwarb Max Klinger im Auftrag des Deutschen Künstlerbundes die Villa Romana als künstlerische Wirkungsstätte für Stipendiat*innen in Florenz. Nach seiner Auflösung im Jahr 1936 durch die Nationalsozialisten begründeten 1950 u.a. Willi Baumeister, Karl Hofer, Ewald Mataré und Karl Schmidt-Rottluff den Deutschen Künstlerbund in Berlin neu. Nach den Erfahrungen von Verfolgung, Gewalt und Repression sollten Künstler*innen für den Wiederaufbau des kulturellen Lebens in Deutschland gewonnen und mit dem Deutschen Künstlerbund erneut eine zentrale Interessensvertretung für Künstler*innen von gesamtstaatlicher Relevanz geschaffen werden.

 

Durch seine Jahreskunstausstellungen in renommierten Häusern im In- und Ausland bis in die 1990er Jahre, mit seinem vielseitigen Veranstaltungsprogramm sowie dem Erkennen und Setzen aktueller Themen ist der Deutsche Künstlerbund maßgeblicher Impulsgeber für Aspekte kultureller Entwicklungen. Zu Beginn in der Position eines Pioniers übernimmt der Deutsche Künstlerbund seit seiner Gründung engagiert und kompetent kulturpolitische Aufgaben in unserer Gesellschaft und wirkt als lebendiger Ort kritischer Diskurse. Zahlreiche der rund 750 namhaften bildenden Künstler*innen aller Generationen sind in nationalen und internationalen Gremien, Kuratorien und Ausschüssen aktiv. Der Deutsche Künstlerbund gehört zu den Gründungsmitgliedern des Kunstfonds, der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) und der Sektion Bildende Kunst im Deutschen Kulturrat.

 

Vor der aktuellen Hintergrundfolie, dass kulturelle Vielfalt zunehmend durch eine ›Kultur des Ressentiments‹ bedroht wird, gewinnt der Deutsche Künstlerbund verstärkt an kulturpolitischer Bedeutung für Demokratisierungsprozesse, für den Bestand der künstlerischen Freiheit als unverzichtbare Basis kultureller Fortentwicklung, für Qualität und professionelle Verortung zur Stärkung der Position von Kunst und Künstler*innen in der Gesellschaft.

 

Eine Auswahl aus dem historischen Bestand des Deutschen Künstlerbundes mit Katalogen der Jahreskunstausstellungen, Mitgliederverzeichnissen und historischen Dokumenten, präsentiert in seinem Archivraum, gibt Auskunft über die zentrale künstlerische und kulturpolitische Rolle des Deutschen Künstlerbundes seit 115 Jahren.

 

Gründungsmitglieder

 

Gregor von Bochmann · Maler, Düsseldorf | Eberhard Freiherr von Bodenhausen · Kunsthistoriker und Unternehmer, Heidelberg | Lovis Corinth · Maler, Berlin | August Gaul · Bildhauer, Berlin | Carlos Grethe · Maler, Stuttgart | Hugo Freiherr von Habermann · Maler, München | Theodor Hagen · Maler, Weimar | Curt Herrmann · Maler, Berlin | Ludwig von Hofmann · Maler, Weimar | Leopold Graf von Kalckreuth · Maler, Stuttgart | Arthur von Kampf · Maler, Berlin | Eugen Kampf · Maler, Düsseldorf | Harry Graf Kessler · Kunstförderer, Weimar | Fritz Klimsch · Bildhauer, Berlin | Max Klinger · Maler und Bildhauer, Leipzig-Plagwitz | Walter Leistikow · Maler, Berlin | Reinhold Lepsius · Maler, Berlin | Alfred Lichtwark · Direktor der Hamburger Kunsthalle | Max Liebermann · Maler, Berlin | Fritz Mackensen · Maler, Worpswede | Carl Marr · Maler, München | Klaus Meyer · Maler, Düsseldorf | Hans Olde · Maler, Weimar | Gustav Pauli · Kunsthalle Bremen | Paul Schultze-Naumburg · Publizist und Maler, Saaleck | Max Slevogt · Maler, Berlin | Franz von Stuck · Maler und Bildhauer, München | Wilhelm Trübner · Maler, Karlsruhe | Louis Tuaillon · Bildhauer, Berlin | Henry van de Velde · Architekt, Weimar | Carl Vinnen · Maler, Osterndorf

 

Download Konzept

Harry Graf Kessler | »Der Deutsche Künstlerbund«

in: Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe, 1904

 

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