Deutscher Künstlerbund e.V.

 

 

22.07.2004 bis 10.08.2004
Ausstellung im Projektraum
Corinne Wasmuth »Wandbild«
Mit der Arbeit Wandbild zeigt der Deutsche Künstlerbund in seinem Projektraum vom 22. Juli bis zum 10. Oktober 2004 Ungewohntes von Corinne Wasmuht.

Ihre großformatigen Malereien, meist in Dimensionen von über zwei auf drei Meter entstehend, wirken wie die Verkettung verschiedener Vorstellungen zu einer Idee, was ihren Arbeiten eine collageartige Seele verleiht.

 

Wasmuht, die Malerei nicht als Selbstzweck verstehen will, attestiert ihren Arbeiten eine erkennbare Offenheit, die von manchen Kritikern auch als Zoomeffekt gelesen wird.
Die bereits aus den Abmessungen resultierende Fernwirkung wird durch mehrere kleinteilige Ebenen aufgefangen, Geschichten greifen ineinander und lassen inhaltlich werden, was formal augenscheinlich ist.

 

Für diesen Prozess sind der Künstlerin Planung und Auseinandersetzung wichtig. Ein zeitlich gewichtiger Teil der Entstehung wird auf das Filtern des Gefundenen verwandt, um wie Corinne Wasmuht sagt, Zufälligkeiten zu reduzieren und Pathos heraus zu keltern.

 

Im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes wird mit Wandbild eine neue Dimension in ihre Arbeit Einzug halten: die der Geschwindigkeit. Zwar wird sie relativ ausfallen, jedoch wird die Arbeit innerhalb weniger Tage realisiert werden, im Gegensatz zu mehreren Monaten, die Wasmuht sonst für die Fertigstellung veranschlagt.
Wasmuht, die sich wünscht, dass ihre Bilder aus sich heraus leuchten, hat im Projektraum des Deutschen Künstlerbundes einen passenden Ort für die Realisierung einer Wandmalerei.

 

Die mehrteilige Wand, vis à vis der Fensterfront gelegen, möchte mehr als eine Bühne sein und das sich stetig verändernde Tageslicht wird die Ortsbezogenheit auch im zeitlichen Kontext unterstreichen. Die Farbe, im Wortschatz der Künstlerin das Jenseits im Diesseits, wird sich hier anders entfalten, als im sonstigen Kontext, den der white cube sonst zur Verfügung stellt. Durch zahlreiche Veranstaltungen gezeichnet, trägt der Projektraum des Deutschen Künstlerbundes institutionelle Züge ohne schwerfällig prätentiös geworden zu sein. Die symbolischen Bedeutungen der Farben können so im Zusammenspiel wie auch im Kontrast mit der direkten Umgebung der Arbeit während ihres Bestehens gelesen werden. Die Ladenlokalsituation, das Schaufenster, beziehungsweise die Schaufläche liegen in jenem Teil der Mitte Berlins, in dem sich die Besonderheit der Orte noch nicht selbst überholt hat, wo noch Luft bleibt.

 

Das Besondere an Wandbild ist der dekadente Charakter, eine Arbeit, deren Entstehung sonst Monate benötigt, in wenigen Tagen zu realisieren. Nochmals erweiterte Abmessungen, zu schierer Größe gewachsen, nur für den Zeitraum Juli bis Oktober entstehen, und im weiteren Sinne bestehen zu lassen.