Deutscher Künstlerbund e.V.
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Synästhetischer Raumkörper im SIT Darmstadt, bei Tageslicht
© VG Bild-Kunst, Bonn
Fotograf/in: Manuel Boden / Birgit Jensen
Synästhetischer Raumkörper im SIT Darmstadt, abends
© VG Bild-Kunst, Bonn
Fotograf/in: Manuel Boden / Birgit Jensen
Synästhetischer Raumkörper im SIT Darmstadt, abends
© VG Bild-Kunst, Bonn
Fotograf/in: Manuel Boden / Birgit Jensen
Jensen, Birgit
lebt in Düsseldorf

Synästhetischer Raumkörper, 2014
Leuchtkasten mit elektronischer Steueranlage
220 x 135 x 135 cm

Medienkunst / Lichtskulptur

Wettbewerb
Art: Begrenzt-offener Wettbewerb - Einladungsverfahren, Einstufig
Jahr: 2014
Auslober | Institution: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V., München
realisiert: ja

Standort
Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie SIT
Forschung / Universität / Hochschule
Rheinstr. 75
64295 Darmstadt
Hessen

Bauherr: Land
Architektur: SEHW Architekten
Aufstellung: Innenhof (durch den gläsernen Eingangsbereich von der Strasse aus sichtbar)

Beschreibung:
Auf jeder der vier Seiten des »Synästhetischen Raumkörpers« sind 45 Farbfelder. Die Auswahl der Farben geht auf Joseph von Fraunhofers (1787–1826) Forschung zurück. Fraunhofer zerlegte das Sonnenlicht durch ein Prisma in Spektralfarben und beobachtete dabei dunkle Linien, die er systematisch vermaß und dokumentierte. Wenn der Himmel sich bewölkt oder die Dämmerung eintritt, erkennt man, dass die Farbfelder in rhythmischer Folge aufleuchten. Sie sind mit einzeln ansteuerbaren LED-Modulen ausgestattet.

Der Beleuchtungsablauf erfolgt nach einer ganz bestimmten Ordnung. Deutlich ist zu erkennen, dass es sich um ein genau definiertes System handelt. Der Rhythmus und die Verteilung des Lichts auf den einzelnen Farbfeldern lässt eine musikalische Komposition erahnen. Doch die Musik ist nur sichtbar, aber nicht hörbar. Die Lichtkomposition basiert auf einem Klavierstück des zeitgenössischen Komponisten Wilhelm Geveler. Die Noten und Tonwerte wurden in Farbe und Licht übersetzt. Die Zuordnung der Töne zu den einzelnen Farben sind aus den Ton/Licht-Kompositionen von Alexander Skrjabin (1871 - 1915) abgeleitet. Skrjabin war Synästhetiker. Synästhesie bezeichnet die Verknüpfung mehrerer Sinnesbereiche im Wahrnehmungssystem. Der »Synästhetische Raumkörper« kombiniert die verschiedenen künstlerischen Medien Musik und Bildende Kunst miteinander. Das Kunstwerk thematisiert die Komplexität, die entsteht, wenn verschiedene Systeme miteinander gekoppelt werden. Damit nimmt es Bezug auf die hochentwickelte Informationstechnologie, die die Grundlage für die Forschung im SIT ist.