Deutscher Künstlerbund e.V.
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hollywood, annette
lebt in Berlin

Leonardo-da-Vinci Schule, 2019
VSG Glaskacheln rückseitig farbig lackiert
ca. 150 Schallplattencover (hinter VSG Glaskachel)
ggf. Hörstationen (Höhrmuscheln mit Soundbeispielen der Songs und Informationen zur Identifizierung der Mona Lisa)

Installation / Klanginstallation

Wettbewerb
Art: Begrenzt-offener Wettbewerb - offenes Bewerberverfahren, Mehrstufig
Jahr: 2019
Auslober | Institution: Stadt Berlin
realisiert: nein

Standort
Leonardo‐da‐Vinci‐Gymnasium
Kita / Schule / Jugendzentrum
Berlin

Beschreibung:
Leonardo‐da‐Vinci‐Gymnasium
Berlinweit offener zweiphasiger Kunstwettbewerb

Entwurf von annette hollywood:

MONA LISA _ein Poprätsel

KONTEXT
Das Leonardo-da-Vinci-Gymnasium präsentiert sich in seinem Onlineauftritt ganz im Zeichen seines Namensgebers und seiner Werke. Hier ist vor allem das berühmteste Kunstwerks Leonardos und vermutlich auch der Welt zu nennen, die Mona Lisa, nach dem auch die Schüler*innenzeitung
„Mona“ benannt ist. Der geplante Entwurf nimmt die Identifikation der Schule mit dem Künstler und seinem populärsten Werk als Ausgangspunkt für eine zeitgenössische, kritische und popkulturelle Untersuchung.

IDEE
MONA LISA_ein Poprätsel beleuchtet das Phänomen der Popularität und Reproduktion der Mona Lisa sowie das Rätsel, das sie bis heute umgibt.
Ausgangspunkt des Entwurfes ist ein einzigartiges Zeugnis des Zusammenspiels von Kunstgeschichte mit Pop- und Jugendkultur: Die Mona Lisa wird bis heute in zahlreichen Popsongs besungen. Über 150 Single-Auskopplungen (7“ Vinyl Schlallplatten, Stand aktuelle Recherche) mit ihrem Namen im Titel gibt es bislang. In diversen Kulturen, Sprachen und Genres von Rock bis Schlager setzt sich die Huldigung der Mona Lisa bis heute fort.
Dabei ist das Rätsel um die auf dem Bild dargestellte Person bis heute nicht gelöst. Wer ist die Mona Lisa? Mehrere Theorien sind im Umlauf, die verschiedene Frauenfiguren (wie z.B. Lisa del Giocondo) aber auch den Geliebten Leonardos identifizieren wollen (und Mona Lisa als ein Anagramm für Mon Salai, dt: Mein Salai, sehen).
Der Entwurf MONA LISA_ein Poprätsel greift diese Fragen auf und übersetzt sie in ein komplexes Wandmosaik, das sich im Emporenbereich der Aula über zwei Wände erstreckt und dort das Spiel der Architektur mit Verdichtung und Transparenz aufnimmt.
Das Wandmosaik zeigt einen stark vergrößerten, gerasterten und farblich veränderten Ausschnitt aus dem Gemälde Mona Lisa, was jedoch erst bei genauerem Hinsehen und mit großem Abstand zu erkennen ist.
Das Wandmosaik, dessen Pixelstruktur zu den Seiten hin ausläuft, besteht aus vielfarbigen Glaskacheln und Schallplattencovern, die die Größe der Mosaiksteine vorgeben. Aus der Nähe betrachtet lädt das abstrakt wirkende Mosaik zum detaillierten Studium der Popgeschichte (ggf. mit Hörstationen) ein. Eine weitere Struktur und Interaktion bietet das integrierte Kreuzworträtsel, das sich mit den Identifizierungstheorien der Mona Lisa auseinandersetzt.
Der Entwurf setzt sich anhand der zur Projektionsfläche gewordenen Mona Lisa kritisch und spielerisch mit Popularität, Mythen und deren Fortschreibung sowie dem Kunstwerk im Zeitalter von Reproduktion auseinander und macht Geschichtsschreibung als Auslegung sichtbar. Dabei werden auch die für Jugendliche wichtigen Fragen zu Konstruktion von Geschlecht, Begehren und Liebe verhandelt und offengelegt.

VORGEHEN
Für den Entwurf wird eine einzigartige Sammlung der ca. 150 - 200 auf Single-Schallplatten erschienenen Mona-Lisa-Titel angelegt und digitalisiert.
In die Entwicklung des Werkes, wie z.B. das Rätsel, werden interessierte Schüler*innen durch verschiedene audiovisuelle Workshops, wie z.B. experimentelles Mixen von Songs, mit eingebunden.

MATERIAL
VSG Glaskacheln rückseitig farbig lackiert
ca. 150 Schallplattencover (hinter VSG Glaskachel)
ggf. Hörstationen (Höhrmuscheln mit Soundbeispielen der Songs und Informationen zur Identifizierung der Mona Lisa).