Deutscher Künstlerbund e.V.



30.07.2026 bis 30.08.2026
Sommer–Schaufensterausstellung
»FRAGIL« von TEAM TAU  Tina Born & Enrico Niemann



Über die Ausstellung

Mit der Schaufensterausstellung »FRAGIL« von TEAM TAU  Tina Born & Enrico Niemann setzt der Deutsche Künstlerbund einen ersten Impuls zum Jahresthema »Freiheit der Kunst«.

Die Sommerausstellung entstand aus einem offenen Aufruf zur Bespielung der Fensterflächen des Deutschen Künstlerbundes. Die eingeladenen Künstler*innen waren aufgefordert, die Transparenz, Reflexion und Sichtbarkeit von Glasflächen bewusst in ihre Gestaltung einzubeziehen und den Dialog zwischen Innen- und Außenraum zu thematisieren.

Die Ausstellung versteht sich als sichtbares Zeichen für die Freiheit künstlerischen Ausdrucks im öffentlichen Raum. Die Schaufenster werden temporär zu einem Ausstellungsraum, der unabhängig von Öffnungszeiten zugänglich ist und den Dialog zwischen Institution und Stadtraum eröffnet.

Kunst braucht Freiheit – und Bedingungen, unter denen sie entstehen, hinterfragt und weitergedacht werden kann. Künstlerische Freiheit bedeutet, unabhängig, offen, experimentell und kritisch arbeiten 
zu können. Angesichts gesellschaftlicher Polarisierung, politischer Einflussnahme und zunehmenden Drucks auf den Kulturbereich ist sie keine Selbstverständlichkeit, sondern muss immer wieder neu verteidigt und ausgehandelt werden.

Diese Fragen greift die Schaufensterausstellung »FRAGIL« von TEAM TAU  Tina Born & Enrico Niemann auf. Für die Glasfronten des Deutschen Künstlerbundes entwickelt das Künstlerduo eine ortsspezifische Intervention aus feinen Linien, die den Eindruck beschädigter Scheiben erzeugen. Bestandteil der Arbeit ist zudem ein eigens für die Ausstellung verfasster Text, der die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Jahresthema »Freiheit der Kunst« aufgreift. Als Teil der Installation ist er im Schaufenster zu lesen und wird nachfolgend vollständig wiedergegeben:

Text von TEAM TAU  Tina Born & Enrico Niemannn, 2026 

»FRAGIL«


An die Schaufenster des Deutschen Künstlerbundes werden Strukturen aufgebracht, die einem Glasbruch nachempfunden sind. Im thematischen Kontext stehen diese Spuren für einen Angriff auf die Kunstfreiheit. 

Die Räume des Künstlerbundes stellen hier repräsentativ einen Ort dar, an dem diese künstlerische Freiheit stattfindet. Das Glas in seiner Transparenz, Fragilität und Funktion als schützende Membran zwischen Innen und Außen ist, um im Bild zu bleiben, beschädigt, weist Risse auf, hält jedoch in seiner Gesamtheit.

Während gegenwärtig die einen kulturpolitisch eine sogenannte deutsche Leitkultur und Ausgrenzung propagieren, sich offen für Zensur aussprechen und einen tiefgreifenden kulturpolitischen Umbau anstreben, wählen andere das Verfahren nüchterner Kosten/ Nutzen Rechnung um künstlerische Vielstimmigkeit mittels eines rigoros angesetzten Rotstifts kaputt zu schrumpfen. 

»Fragil« bedeutet zerbrechlich, anfällig oder verweist auf etwas, das leicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. All diese Eigenschaften können auch den Künsten und Kunst Schaffenden zugesprochen werden, denn ihr Credo ist es, sich auf ungesichertem Terrain zu bewegen, sich einfachen Lösungen, Verortungen oder Vereinnahmung zu entziehen. Das macht die freie Ausübung der Künste angreifbar, unbequem, für einige verzichtbar oder schlichtweg gefährlich. 

Der zunehmende, äußere Druck kann schädigen und lähmen, aber auch dazu führen, sich einmal mehr der eigenen Stärke und Unteilbarkeit vor allem im Verbund bewusst zu werden. 

So können die dargestellten Glasbruchformationen auch als Strukturen gelesen werden, die einer äußeren, zerstörerischen Wucht widerstehen und halten.



TEAM TAU  Tina Born & Enrico Niemann
Die Zusammenarbeit der Berliner bildende Künstler*innen Tina Born & Enrico Niemann im Rahmen von Kunst am Bau Projekten besteht seit 2023. In jenem Jahr gewann das Duo den 1. Platz des Wettbewerbs 
für ein Kunstwerk im Außenraum zwischen dem Neubau des Bernhard- Lichtenberg- Hauses und der Sankt Hedwig Kathedrale in Berlin Mitte. TEAM TAU  Tina Born & Enrico Niemann beteiligt sich seither sowohl an Kunst am Bau Wettbewerben, als auch an Interventionen und Konzeptideen für den Stadtraum. 

Neben einem tiefgreifenden Ortsbezug, mit dem Ziel kontextimmanent Ungewöhnliches hervorzubringen, zeichnen sich ihre Entwürfe durch Reduktion, ein subtiles Spiel mit Wahrnehmungsgewohnheiten und ein Interesse an gesellschaftspolitischen Fragestellungen aus.



Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist rund um die Uhr zu sehen

                             

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